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Liebe Leserinnen und Leser!

 

Am Anfang der Bibel wird davon erzählt, wie Gott in sechs Tagen die Erde geschaffen hat und wie er sich am siebenten Tag ausruhte und sich an dem, was er geschaffen hatte, an den Blumen, an den Seen, an den Bergen, an den Tieren und noch vielem mehr erfreute.

 

Und Gott sagte zu den Menschen, dass nun auch sie - genauso wie er - am letzten Tag der Woche ausruhen sollten. Dieser Tag sollte etwas ganz Besonderes sein. Denn an ihm brauchte niemand zu arbeiten und hatte so Zeit für andere Dinge. Alle Menschen, Erwachsene und die Kinder, ja sogar die Tiere, die sonst von morgens bis abends geschuftet und sich abgemüht hatten, konnten sich an diesem Tag erholen. Gott teilte das Leben der Menschen in eine Zeit der Arbeit und Beschäftigung und in eine Zeit der Ruhe und der Erholung ein.

 

Und auch uns macht jeder Ruhetag, jeder Sonntag immer wieder klar, dass es noch etwas anderes als Arbeit gibt. Am Sonntag haben wir die Möglichkeit, füreinander dazu sein und Zeit für den anderen zu haben. Zeit, die uns in der oft hektischen Woche fehlt. Zeit für die Eltern, für die Kinder, für Großeltern, für Freunde und Bekannte. Es können Ausflüge mit der Familie unternommen oder es kann mit Freunden gespielt werden. Aber es ist auch ein Tag, an dem wir uns wieder an Gott und seine Schöpfung erinnern sollen. Wir können uns an ihr freuen und Gott dafür danken.

 

Es gibt jedoch in unserem Leben nicht nur den Sonntag, an dem wir frei haben, sondern auch kurzzeitige Phasen, in denen uns die Notwendigkeit, unsere Zeit besser einzuteilen, ganz besonders bewusst wird – zum Beispiel die Tage während eines Jahreswechsels. Uns wird gerade zu dieser Zeit klar, dass wir unser Leben besser und inhaltsvoller einteilen sollten. Wir nehmen uns vieles während dieser Zeit vor, möchten so einiges im neuen Jahr verändern. Manches wird uns gelingen, manches jedoch wieder entgleiten. Die ersten zwei oder drei Monate eines neuen Jahres mit den vielen immer noch dunklen Tagen lassen uns nachdenklich werden und bringen unsere Sehnsucht nach Gleichgewicht in uns und unserer Familie besonders zutage. Sie geben uns Gelegenheit darüber nachzudenken, wie unser Leben etwas ruhiger gestaltet werden könnte, ohne dabei die Pflichten außer Acht zu lassen.

 

Vergessen Sie Ihre Vorsätze nicht, schenken Sie sich und Ihren Lieben die nötige Zeit, die nötige Ruhephase und erlauben Sie sich, auch durch einen Besuch der sonntäglichen Gottesdienste ganz bewusst zur Ruhe zu kommen.

 

Pia Dittmann-Saxel, Pröpstin